Dimension Mensch Hund

Holen Sie Ihren Hund in seiner Welt ab und Sie werden eine neue Dimension des Zusammenlebens entdecken



Bereits im Kindesalter spürte ich eine besondere Zuwendung zu Hunden. Ich bin mit verschiedenen Haustieren aufgewachsen, wobei die Verantwortung damals noch nicht von mir getragen wurde. Trotzdem durfte ich schon viel Zeit mit Tieren verbringen und möchte mir heute ein Leben ohne Hunde nicht vorstellen.

Im Januar 1979 kam ich auf die Welt und bin im Kanton Baselland aufgewachsen. Nach obligatorischer Schulbildung schloss ich die kaufmännische Lehre ab und arbeitete einige Jahre im Büro. Im Jahre 2006 stand eine berufliche Umorientierung an und so habe ich ein Praktikum in einem sonderpädagogischen Schulinternat begonnen. Im Sommer 2011 beendete ich erfolgreich die berufsbegleitende Studienreihe zum diplomierten Sozialpädagogen und war danach einige Jahre in verschiedenen sozialen Bereichen tätig.

Seit einiger Zeit lebe ich mit zwei Labrador-Vizsla Hündinnen zusammen. Die ältere Hündin (Nora) ist im Herbst 2012 geboren und die jüngere Schwester (Ronja) im Sommer 2016. Während des obligatorischen Kurses mit meiner Nora, habe ich mich für fachspezifische Literatur interessiert und verschiedene Vorgehensweisen kennengelernt. Doch mich interessierten besonders artspezifische (biologische) Inhalte zur Tierart Hund, so wie Hintergründe bezüglich deren Verhaltensweisen. Leider ging es nur darum, wie Hunde kurzfristig zum Funktionieren gebracht werden. Über Nachteile der angewendeten Methoden konnte nicht eingegangen werden, was für mich etwas seltsam war. 

Auf dem Weg zu einem artgerechten Umgang entdeckte ich glücklicherweise die Erziehungsphilosophie von Jan Nijboer. Die respektvolle Art über Erziehung von Hunden zu schreiben gefiel mir und seine Bücher regten mich (besonders in kultureller- und gesellschaftlicher Hinsicht) zum Nachdenken an. Durch die sozialpädagogische Tätigkeit bemerkte ich, dass es viele Parallelen zwischen Hundeerziehung und Pädagogik bei Menschen gibt. Beim Thema Lernen fühlte ich mich besonders abgeholt, da die Erziehungsphilosophie von Jan Nijboer soziale Lernformen als Grundlage sieht. So wurde ich immer wissensgieriger und entschloss mich, die Fachausbildung zum Hundeerziehungsberater (HEB) im Mai 2014 zu beginnen. Seit 2016 bin ich als zertifizierter Hundeerziehungsberater und SKN-Ausbildner tätig. 

Menschen bei der Erziehung ihrer Hunde zu unterstützen ist eine anspruchsvolle und vielseitige Tätigkeit, die mir sehr viel Freude bereitet!  

Übersicht Aus- und Weiterbildung     

Die Ausbildung zum Hundeerziehungsberater umfasst 19 Module und dauert annähernd zwei Jahre. Zudem sind es mindestens zehn Praktikumstage und drei aktive Seminarbesuche (Basis, Aufbau und Follow-up), die vor oder während der Ausbildungszeit noch dazu kommen.  

Module / Themen                                                                                                

Entwicklungsphasen, Wesenstest und Analyse 

Lernmodelle und Erziehungsformen

Inter- und intraspezifische Kommunikation 

Domestikation und Spezialiesierung der Hunderassen

Diagnose von Verhaltensproblemen des Hundes

Anatomie, Physiologie und erste Hilfe beim Hund

Praxismodul: Kommunikation

Soziologie des Canis Familiaris (Soziogramm)

Methodische Therapie von Verhaltens- und Beziehungsproblemen

Neurobiologie und Kommunikation Teil II

Rhetorik und Didaktik

Tier im Recht und Ernährung

Erziehungsprogramm: Vom Welpen bis zum Familienhund

Medien, Organisationsaufbau und Marketing

Praxismodul 4-tägig mit Jan Nijboer

Ethogramm bei Wölfen und Haushunden

Praxismodul: Kundengespräche

Unterschiedliche Trainingsformen

Observation und Interpretation Hund-Mensch

Evelyn Streiff

Monika Stähli

Evelyn Streiff

Dirk Roos / Evelyn Streiff

Evelyn Streiff

Klaus Loth

Monika Stähli

Jan Nijboer

Jan Nijboer

Jan Nijboer

Evelyn Streiff

Alexandra Spring

Monika Stähli

Evelyn Streiff

Jan Nijboer

Dirk Roos

Evelyn Streiff

Evelyn Streiff

Jan Nijboer

Die Fachprüfungen haben vom 4. bis 7. Dezember 2015 im Ausbildungszentrum Triple-S in Eptingen stattgefunden. Anschliessend besuchte ich im Januar 2016 das Zusatzmodul für SKN-Ausbildner/-innen und befinde mich momentan in der Weiterbildung zum Instruktor. Seit November 2017 bin ich berechtig NHB-Kurse für Hundehalter/-innen gemäss VKAS durchzuführen und die entsprechende Prüfungen abzunehmen. 

 





Kurzer Tauchgang in die Welt des Hundes..

Den Hund als sozial hochintelligenten Beutegreifer wahrnehmen, auf seine natürlichen Bedürfnisse eingehen und seine Talente zu fördern ist mein Standpunkt. Empathie dem Hund gegenüber aufzubringen ist das A und O, denn ohne dies kann keine Erziehung stattfinden. Doch leider werden mehrheitlich unsere menschlichen Bedürfnisse in den Hund hineinprojiziert, so wie dies bei keiner anderen Tierart der Fall ist. Hunde werden (in unserer Kultur) als Spaziergänger abgestempelt, obwohl kein Hund einfach nur spazieren gehen würde. Die Spezialisierung der verschiedenen Rassen tritt in den Hintergrund, einfach „nur“ Hund sein lassen ist das Motto vieler unwissenden Halter/-innen. Das Wort „nur“ sagt dabei schon einiges bezüglich Wertschätzung aus.

Wie schon angedeutet, ohne Beziehung die von beiden Seiten als sinnvoll betrachtet wird, kann keine Erziehung geschehen. Stattdessen werden historische Lerntheorien herangezogen, womit Verhalten ohne jeglichen sozialen Bezug schnell heran konditioniert wird. Hier kann nur von Dressur die Rede sein, mit Erziehung und Empathie hat dies in keinster Weise etwas zu tun. Zwischen Motivation und Motivierung liegen gerade mal ein paar Welten und das „Leckerli“ ist der Killer aller intrinsischen Motivation. Das Belohnungssystem lernt dem Hund nicht nur die Konsequenz seines Verhaltens, Emotionen spielen dabei noch die wichtigere Rolle. Behaviorismus kennt aber keine Emotionen, denn das Gehirn ist lediglich eine Maschine die Reize aufnimmt, verarbeitet und darauf ein Verhalten generiert. Die Dressur-Vorgehensweise sehe ich als eine krasse Herabsetzung eines jeden sozial orientierten Lebewesens.

Zurückgreifend auf meine sozialpädagogische Tätigkeit und die Ausbildung zum Hundeerziehungsberater habe ich bemerkt, dass Erziehung beim Hund annähernd gleich ist wie beim Menschen (Kinder). Hunde und Menschen sind soziale Lebewesen und suchen nach Anerkennung und Sicherheit. Dies kann nur in einem sozialen Kontext stattfinden, daher ist soziales Lernen die einzige Lernform, die mit authentischer Erziehung einhergeht. Argumente bezüglich veralteterer Dressurmethoden zu vertreten lohnt sich also nicht – es gibt keine! (Andreas Sägesser Januar 2016)